02/2018  Umstrukturierung der EWBSL Web-Informationen
In ihrer ursprünglichen Version von 2008 umfasste die EWBSL-Website umfangreiche Erläuterungen zum Projekt, zunächst als Vorabinformationen zu den laufenden Untersuchungen, später dann als Online-Ergänzung der Print-Publikation. Nachdem die Abschlusspublikation nun als kostenloser Download zur Verfügung steht (unter ERGEBNISSE), ist diese zweigleisige Präsentation unnötig geworden.
Weiterhin verfügbar bleibt die Rubrik AKTUELLES. In ihr wird über neue Ergebnisse berichtet, die in der Publikation von 2009 noch nicht enthalten sind. Auch die thematischen EXKURSE finden sich hier, nun im PDF-Format.
Zeitgleich mit der inhaltlichen Umstrukturierung war aus technischen Gründen ein Umzug auf die INGRAPHIS-Plattform notwendig.
06/2017  Indizien zum zeitlichen Verhältnis der Warberger Anlagen
Eine seit Beginn des Projektes wichtige Frage betrifft das zeitliche Verhältnis der Doppel- und Dreigrabenanlage bei Warberg. Bisherigen Luftbildern zufolge schienen sich die beiden Anlagen zu überschneiden, doch war aufgrund der Bewuchscharakteristik nicht zu erkennen, was sich an der potenziellen »Schnittstelle« tatsächlich abspielt.
Ein nach Erscheinen der Abschluss-Publikation von Andreas Grüttemann erstelltes Luftbild zeigt, dass sich die Gräben der Doppelgrabenanlage im fraglichen Bereich mit den inneren beiden Gräben der Dreigrabenanlage vereinigen. Die Dreigrabenanlage knickt an dieser Stelle abrupt nach Südwesten ab, während der Doppelgraben zunächst ohne Richtungsänderung nach Süden weiter läuft. Dies spricht für eine ältere Zeitstellung der Doppelgrabenanlage, die dann vermutlich in einer späteren Phase um einen Außengraben erweitert wurde.
Anders als in Groß Vahlberg, wo der dritte Graben parallel zum Außengraben der bisherigen Doppelgrabenanlage angelegt ist, wurde der Grabenverlauf der neu gestalteten Warberger Anlage im Südosten aus unbekannten Gründen etwas zurückverlegt. Diese Beobachtung ist ein weiteres Indiz für die insgesamt jüngere Zeitstellung der Dreigrabenanlagen im Arbeitsgebiet.

Luftbild der Erdwerke bei Warburg, »Überschneidungsbereich« der Doppelgraben- und der Dreigrabenanlage (© Andreas Grüttemann).

11/2012  Erdwerk Eitzum: Zu Ende gebaut
Im Verlauf des EWBSL-Projekts bestand bei zwei Erdwerken der Verdacht auf einen Abbruch der Bauarbeiten vor der Vollendung des jeweiligen Grabenrundes. Im Fall der Anlage von Jerxheim 8 stellte sich aber heraus, dass es sich bei dem vermeintlich unvollendeten Bauwerk um eine geologische Störung handelt (siehe Exkurs »Erdwerk für 10 Minuten«).
Beim zweiten Kandidaten, Eitzum, sprachen alle bisherigen Luftbilder für ein Abbrechen des Grabenverlaufes in beiden Richtungen. Störungen in der Bodenstruktur verhinderten jedoch eine endgültige Klärung (Geschwinde/Raetzel-Fabian 2009, 31ff., Abb.13). Eine neue Aufnahme von Andreas Grüttemann zeigt nun, dass sich die Gräben im Nordwesten der Anlage unmittelbar südlich eines Feldweges fortsetzen. Auch im Südosten scheint eine Fortsetzung von zumindest zwei Gräben in Richtung Waldrand vorhanden zu sein. Offen bleibt nach wie vor, ob der Außengraben im Süden der Anlage zur Ausführung kam. Möglicherweise schwenkt er hier leicht nach Süden aus und entzieht sich im Bereich einer Bodenwanne der Beobachtung.
07/2012  EXKURS: Erdwerk für 10 Minuten. Zwei Problemfälle der Luftbild-Auswertung
Zwei aus der Luft entdeckte, vielversprechend erscheinende »Erdwerke« bei Evessen und Jerxheim hatten leider nur eine kurze Karriere; im Fall von Evessen dauerte sie gerade einmal zehn Minuten. Der Exkurs schildert die durchaus exemplarischen Tücken der Luftbildauswertung.
07/2012  Neue Entzerrung des Erdwerks von Wittmar
Wittmar, ein typisches Doppelgraben-Erdwerk mit polygonalem Grundriss und »Fassade«, galt bisher als »Zwillingsanlage« des Erdwerks von Calden in Nordhessen. Der 2009 publizierte Plan weist aber vor allem im Westteil der Anlage Abweichungen auf, die, wie jetzt erkannt wurde, auf einen in der Deutschen Grundkarte falsch eingetragenen Referenzpunkt (Strommast) für die Luftbildentzerrung zurückzuführen waren. Mittlerweile liegen eine Reihe von Fotos u. a. von Andreas Grüttemann vor, die eine neue und sicherere Beurteilung der Gesamtanlage einschließlich der Tordurchlässe ermöglichen (siehe Befundkarte).
Das Erdwerk nimmt nach der Korrektur eine Fläche von 12,6 ha ein (bisher 11,8 ha), der Innenraum umfasst 11,4 Hektar. Die Gesamtgrabenlänge beträgt ca. 2490 m (bisher 2400 m). Von den vermuteten sieben Toren sind sechs sicher nachgewiesen; der 2009 nur vermutete Zugang im Süden hat sich bestätigt. Der Durchlass im Nordwesten, der sich bisher nur auf einem der Luftbilder andeutete, ist auch auf allen neuen Fotos nur schemenhaft erkennbar, weil eine tiefe Bodenwanne in diesem Bereich die Bewuchsmerkmale der Gräben weitestgehend neutralisiert. Hier muss deshalb wieder ein Fragezeichen gesetzt werden.

Aktualisierte Befundkarte des Erdwerks von Wittmar (© Dirk Fabian 2012).

Die großen Ähnlichkeiten im Grundriss der Erdwerke von Calden und Wittmar relativieren sich durch die neue Entzerrung. Zwar nähern sich die Flächengrößen nun an (Calden: 14,0 ha); die klassische »Fassade« Caldens findet sich aber in Wittmar nur schwach ausgeprägt. Nach wie vor bestehen bleiben die frappierend ähnliche technische Ausführung der Gräben, die identische Zeitstellung (nach Radionkarbondaten um 3700 v. Chr.) und die vermutlich gleiche Anzahl der Durchlässe.

Größenvergleich der Erdwerke Calden und Wittmar. Die Anlagen sind nicht genordet (© Dirk Fabian 2012).

09/2011  EXKURS: Rekonstruktion einer »versunkenen« Landschaft
Die Erdwerkslandschaft zwischen Oker und Missaue wird an ihrem östlichen Rand durch eine bemerkenswerte Zone der Zerstörung begrenzt. Hier, an und auf der Grenze zum Bundesland Sachsen-Anhalt, erstreckt sich ein Korridor von Braunkohletagebauen, dessen Ausdehnung in Nord-Süd-Richtung etwa elf Kilometer und in Ost-West- Richtung bis zu sechs Kilometer misst. Offiziell wurden durch den Abbau 2600 Hektar Fläche erfasst, aber durch die Zerstückelung und Verinselung der ursprünglichen Landschaft sind letztlich doch etwa 4500 Hektar betroffen. Ein kleines kartographisches Projekt hatte zum Ziel, die zerstörte Landschaft und ihr Relief zu rekonstruieren.

Die Lage der Erdwerke von Warberg und Esbeck im Gelände. Die Landschaft östlich von Esbeck ist heute durch den Braunkohletagebau stark verändert und hier rekonstruiert (im Bild der Bereich rechts oben; © Dirk Fabian 2009).

12/2010 Bestattung der Baalberger Kultur bei Werlaburgdorf
Im Herbst 2010 konnte im Rahmen der Grabungsarbeiten an der Pfalz Werla ca. 500 m südlich des Erdwerks von Werlaburgdorf ein reich ausgestattetes Grab der späten Baalberger Kultur geborgen werden. Der Befund dürfte in einem engen Zusammenhang mit den Baalberger und Salzmünder Aktivitäten im Innenraum und im Grabenbereich des Erdwerks stehen. Nach der vorläufigen anthropologischen Bestimmung durch Silke Grefen-Peters handelt sich um die Körperbestattung einer ca. fünfzigjährigen Frau und eines vierjährigen Kindes, dazu Leichenbrand einer weiteren erwachsenen Person. Zu den Beigaben zählt ein vergleichsweise umfangreiches Gefäßensemble.
Der Neufund ist der bisher westlichste Beleg für eine Baalberger Bestattung nördlich des Harzes und fügt sich sehr gut in den Rahmen der bisher beobachten Baalberger Aktivitäten im Bereich des Lietfeldes. Er verdeutlicht, dass es sich bei den Verbindungen mit dem kulturell unterschiedlich geprägten östlichen Vorharzland nicht allein um sporadische Handelskontakte handelte – offensichtlich waren hier durchaus auch Personen dauerhaft involviert.

Befundkarte des Erdwerks bei Werlaburgdorf mit dem neuentdeckten Baalberger Grab im Pfalzbereich südlich der Anlage (© Dirk Fabian 2010).

09/2009  EXKURS: Calden und Wittmar - die uncharmante Frage nach dem Alter
Die Erdwerke von Calden und Wittmar, polygonale Anlagen mit »Fassade«, wurden zu Beginn ihrer Erforschung jeweils um mehrere Jahrhunderte jünger datiert als in den späteren Veröffentlichungen. Wie tragfähig ist die aktuelle Datierung in die späte Michelsberger Kultur? 
09/2009  EXKURS: Befestigte Siedlungen? – Anmerkungen zur Funktionsdiskussion
Als ein Schlüsselbefund für die Interpretation monumentaler Erdwerke gilt die Frage nach dem Vorhandensein bzw. dem Ausbleiben von Siedlungsspuren im Innenraum. Aber kann der Widerstreit der Funktionsthesen wirklich mithilfe entsprechender Befunde entschieden werden?
08/2009  Monumentales Erdwerk bei Sambleben
Neue Luftbilder von Andreas Grüttemann bestätigen die bereits vermutete Zugehörigkeit des Doppelgrabensystems bei Sambleben zur Gruppe der monumentalen Erdwerke. Bisher war der Grabenverlauf nur im Osten des Erdwerks auf einer kurzen Teilstrecke dokumentiert; nun zeigt sich in 470 m Entfernung ebenfalls auf einem kurzen Abschnitt der westliche Teil der Umfassung.
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